Updates zur iranischen Politik

Hardliner erlangen die Kontrolle über die iranische Politik.

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Ebrahim Raisi, ein Hardliner-Islamist, der von Ayatollah Ali Khamenei, dem iranischen Obersten Führer, auserwählt und geschützt wurde, gewann die Präsidentschaftswahlen mit Leichtigkeit. Doch sein vermeintlicher Erdrutschsieg erweist sich als Pyrrhussieg und bringt dem Iran nichts als die obligatorische Unterstützung seiner Familie inmitten einer der schwersten Krisen seit der Revolution von 1979, die zur Gründung der Islamischen Republik führte.

Wenn dies für die Iraner zu einer Glaubensprobe an ihren hybriden, vielköpfigen Apparat geworden ist, in dem Theokraten und Partikularinteressen, angeführt vom Obersten Führer, die Peitsche auf dem Volk gewählte Institutionen ausüben, die mit dem Parlament und dem Präsidentenamt vergleichbar sind, dann ist sie gescheitert.

Die Wahlbeteiligung von 48,8 Prozent war die niedrigste in der Geschichte umstrittener Präsidentschaftswahlen in der Islamischen Republik. Amtsinhaber Hassan Rouhani wurde 2017 mit 24 Millionen Stimmen wiedergewählt; Raisi hatte 18 Millionen Stimmen gekauft. Nun lehnte nicht nur mehr als die Hälfte der Iraner die Stimmabgabe ab, sondern 3,7 Millionen gaben ihre Stimme für ungültig – mehr als für Raisis schwache Gegner stimmten, nachdem die Theokraten aussichtsreiche Kandidaten verboten hatten.

Anders ausgedrückt: Die unzufriedene Mehrheit im Iran lehnt Raisi ab. Die Bestrebungen einer traditionsreichen Zivilisation mit einer jungen Bevölkerung, sich wieder mit dem Königreich zu vereinen – ein Wunsch, der sich in Rouhanis zwei Wahlsiegen manifestierte –, finden in Wahlen, deren Ergebnisse durch Khamenei und die Kleriker bereits feststehen, keinen Ausdruck mehr.

Dies ist ein Thema, über das Raisi kaum Zeit zum Nachdenken haben wird. Irans Wirtschaftslage ist am Boden, nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump 2015 das mit den USA und fünf weiteren Weltmächten geschlossene Preisabkommen zur weitgehenden Zerstörung des iranischen Atomprogramms aufkündigte. Er verhängte die wohl härtesten Sanktionen, die jemals gegen einen souveränen Staat verhängt wurden. Trumps Kampagne der “idealen Macht” brachte Iran zwar nicht in die Knie, doch sie spielte den Hardlinern politisch in die Hände, die sie als Beweis für die unbestreitbare Machtstellung der USA nutzten.

Doch Führer wie Khamenei und Raisi dürfen nicht selbstzufrieden sein. Der Iran hat im Inland einen normalen Aufstand erlebt und kämpft im Ausland um die Kontrolle über eine entstandene Machtachse. Doch nun steht er vor einer Reihe zusammenbrechender Staaten im Irak, in Syrien, im Libanon und im Jemen. Dies gilt insbesondere nach der Ermordung von Qassem Soleimani, dem Kommandeur der bahnbrechenden Auslandsarmee, im vergangenen Jahr in Bagdad.

Die Präsidentschaft eines Geistlichen wie Raisi, der die letzten zwei Jahre die Justiz leitete, birgt Komplikationen. Es wird spekuliert, dass er mit den Hinrichtungen hunderter politischer Gefangener im Jahr 1988 in Verbindung steht – ein Thema, dem er sich entzogen hat, während er sich als populistischer Antikorruptionsaktivist neu erfand. Im Gegensatz zu Rouhani, dem Architekten des Atomabkommens von 2015, unterliegt er keinen US-Sanktionen.

Präsident Joe Biden versucht, das Abkommen wiederzubeleben und Irans Urananreicherung zu stoppen. Iran will sich trotz des Atomabkommens vor US-Sanktionen schützen, die ausländische Investoren durch die Befürchtung eines unkontrollierten Verkaufs von Uran abschrecken. Zudem fordert das Land die Streichung der Revolutionsgarden (IRGC), einer staatlichen Organisation, die mit Trumps Unterstützung gegen terroristische Gruppierungen vorgeht, von der Sanktionsliste. Allerdings kontrollieren die Führer der Revolutionsgarden paramilitärische Operationen im Zentralosten des Landes und bestimmen maßgeblich die iranische Wirtschaft.

Ein konservatives Regime in Teheran, in dem Theokraten und gewählte Amtsträger an einem Strang ziehen, dürfte die Atomverhandlungen erleichtern – insbesondere, wenn unter Rouhani ein überarbeitetes Abkommen unterzeichnet und die unter Raisi erzielten Vorteile genutzt werden. Doch der Iran braucht Geld, und die USA und ihre Verbündeten werden nun nicht mehr alle Sanktionen durchsetzen, außer jene, die Teheran in seinem Verhalten gegenüber den arabischen Nachbarländern anpasst.

Die Checkliste legt zudem nahe, dass die iranische Gesellschaft – insbesondere die junge, städtische Bevölkerung – sich zunehmend gegen die Ayatollahs stellen wird, sofern nicht jemand eine neue Perspektive der Hoffnung eröffnet. Diese völlig unzureichende Wahl trägt nicht zur Lösung der politischen Probleme bei.

Jéssica Esteves
Jessica Esteves
Ich bin Jéssica Esteves, eine Artikelautorin mit einem Abschluss in Journalismus seit 2021. Ich lebe in Itu, SP, und ich bin 28 Jahre alt. Ich arbeite mit Blogs, schreibe Texte über Technologie, Wohlbefinden und Lifestyle und versuche immer, einen Mehrwert für das Leben der Menschen zu schaffen. Meine Texte sind klar und verständlich, das Ergebnis gründlicher Recherche. Ich habe eine Leidenschaft für Katzen, die mir Inspiration und Freude bringen. Ich setze mich dafür ein, einen positiven Beitrag zur Online-Community zu leisten und Inhalte zu erstellen, die für meine Leser echte Werkzeuge der Transformation und des persönlichen Wachstums sind.